Der amerikanische Vermögensverwalter BlackRock, der über Investmentfonds Kundengelder anlegt, zum Beispiel von Pensionsfonds oder Versicherungen, ist an 112 deutschen Aktiengesellschaften beteiligt. Dies ergibt sich aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke. Besonders hoch sind die Anteile von BlackRock von Wohnungsbaukonzernen, wie Deutsche Wohnen (10,8 %), LEG Immobilien (10,18 %) und Vonovia (8,25 %). Aufsichtsratsvorsitzender von BlackRock ist Friedrich Merz.

Im Rahmen eines vergeblichen Übernahmeversuchs Ende 2015/Anfang 2016 hatte die Vonovia eine Beteiligung an der Deutschen Wohnen in Höhe von rund 16,8 Millionen Aktien erworben. Der Gesamtkaufpreis betrug angeblich 405,3 Millionen Euro. Jetzt, wo die Aktie der Deutschen Wohnen zwischen 41,50 und 41,75 Euro kostet, verkaufte die Vonovia ihre Aktienbestände für insgesamt 700 Millionen Euro.

Das Wohngeld, der staatliche Zuschuss zum Wohnen, soll ab 1. Januar 2020 steigen. Vier Jahre nach der letzten Wohngeldreform bzw. -erhöhung hat die Bundesregierung jetzt einen entsprechenden Referentenentwurf vorgelegt. Danach werden das Leistungsniveau des Wohngeldes und die Einkommensgrenzen angehoben. Die regional gestaffelten Miethöchstbeträge steigen um 8,2 bis 10,2 Prozent und für besonders teure Städte und Kreise wird eine neue Mietenstufe VII mit entsprechenden Miethöchstbeträgen eingeführt.
Während 33 Städte und Kreise aus Bayern von dieser neuen Mietenstufe VII profitieren, werden im Rest Deutschlands nur 5 Städte und Kreise die Mietenstufe VII erhalten. Problematisch ist auch, dass mehr als 150 Städte und Kreise in eine niedrigere Mietenstufe eingruppiert werden. Folge ist, dass das Wohngeld hier kaum oder gar nicht steigen wird, schlimmstenfalls sogar weniger Wohngeld ausgezahlt werden wird. Die Bundesregierung rechnet mit 660.000 Haushalten, die ab 2020 von der Wohngelderhöhung profitieren können. Bund und Länder stellen für 2020 zusammen 1,185 Milliarden Euro zur Verfügung.

Nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) kann sich ein Mieter, wenn er 26 % seines Nettoeinkommens für die Wohnung bezahlt, im Durchschnitt 75,9 qm Wohnfläche leisten. In den Großstädten sieht es aber anders aus. In Berlin kann sich ein Mieter durchschnittlich nur 59 qm leisten, in Hamburg 55,5 qm, in München 41,1 qm, in Köln 59,8 qm und in Frankfurt am Main 56,1 qm. Es gibt aber auch Regionen, wo Mieter mehr als 100 qm Wohnfläche anmieten können: Salzgitter 109,3 qm und Pirmasens 108,2 qm.

Wissenschaftler warnen vor einer „grauen Wohnungsnot“. In einer Studie warnt das Pestel-Institut vor einem massiven Alters-Wohnproblem. Ab 2035 werde Deutschland richtig alt und im Alter zunehmend ärmer. Im Jahr 2035 würden rund 24 Millionen Menschen zur Altersgruppe 65+ gehören, altersgerechte Wohnungen, das heißt barrierearme Wohnungen, seien aber Mangelware. Hinzu komme, dass kommende Rentnergenerationen deutlich weniger Geld zur Verfügung haben werden. Der Anteil älterer Menschen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sein werden, würde von derzeit 3 % auf 25 % bis 35 % ansteigen. Viele dieser älteren Mieter würden sich dann ihre bisherige Wohnung nicht mehr leisten können.

Zwischen Januar und November 2018 sind die Wohnungsbaugenehmigungszahlen in Deutschland um nur 1,3 % angestiegen. Insgesamt ist der Neubau von 274.585 Wohnungen in Ein- , Zwei- und Mehrfamilienhäusern genehmigt worden. Im Mehrfamilienhausbereich wurden 162.023 Wohnungen genehmigt, 4,5 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Davon entfielen allerdings 76.721 Einheiten auf Eigentumswohnungen. Klassische Mietwohnungen wurden nur 85.302 genehmigt. Damit hinkt der Wohnungsbau, insbesondere der Neubau von Mietwohnungen, deutlich hinter den Erwartungen und Zielsetzungen hinterher.